FoMP.de - punkrock, hardcore, rock'n'roll
 FoMP Suche
 
DTM

 Navigation

 Platten


Boy Sets Fire - The Misery Index: Notes From The Plague Years


05.01.06
Boy Sets Fire - The Misery Index: Notes From The Plague Years
 Bewertung
boysetsfire = boysetsfire. Fünf von Fünf Punkten. Damit könnte diese Review schon zu Ende sein, was Nicht-Fans allerdings wenig überzeugen würde und den Eindruck erwecken könnte, bsf hätten sich nicht weiterentwickelt und die neue Platte klänge wie die Alten. The Misery Index ist zwar ein schöner musikalischer Querschnitt durch alle vorherigen Alben und deren etablierten Stärken, jedoch hält die Platte darüber hinaus auch ein paar Überraschungen bereit.

Einen ersten Eindruck von der Qualität der neuen Songs erhält man, wenn man sich auf der offiziellen Homepage die beiden Webexclusives Phonecall 4a.m. und The Plague anhört. Beides sind großartige Songs und auf ihre jeweilige Art auch sehr boysetsfirelike, haben es aber trotzdem nicht auf die neue Platte geschafft. Klar, dass bei dreijähriger (!) Arbeit an einem Album nicht jeder Song in die Endauswahl kommen kann, aber wenn das der „Ausschuss“ sein soll…

Gleich mit dem ersten Track stellen bsf ihren Sinn für großartige Melodien gepaart mit eindringlichen, engagierten Texten unter Beweis. Allerdings lassen sie sich nicht von vorneherein auf die herkömmliche Emo-Schiene festlegen und geben stattdessen eine kräftige Prise Screamo hinzu. Die folgenden Songs präsentieren das typische emotionale Auf und Ab bzw. Laut und Leise, was aber nicht nur routiniert sondern auch äußerst frisch klingt und deshalb nicht einfach als „schon 1000mal dagewesen“ abgetan werden kann. Viele kleine technische Spielereien halten die Songs abwechslungsreich und lassen auch bei mehrfachem Wiederhören immer wieder neue Nuancen entdecken. Ein Übriges leisten die einfallsreichen Skits und Intros, die die Songs inhaltlich und musikalisch abrunden. Auch stilistisch wird gegen Ende der Platte reichlich experimentiert; so ist bei Déjà Coup ein starker Ska-Einschlag festzustellen, während Nostalgic for Guillotines und A Far Cry Anleihen bei metal-lastigeren Kollegen getätigt haben und gitarrenmäßig ein wenig an A Case of Grenada und gesanglich an die Deftones erinnern.

Alles in allem eine großartige Platte für boysetsfire-Fans und solche, die es werden (ob sie) wollen (oder nicht). Auch dieses Mal lautet das bsf-Motto „Neue Platte, neues Label“ und so erscheint The Misery Index: Notes From the Plague Years am 24. Februar auf Burning Heart.


Tracklist

1 Walk Astray ***
2 Requiem
3 Final Communiqué ***
4 The Misery Index
5 (10) And Counting
6 Falling Out Theme
7 Empire
8 So Long ... And Thanks For The Crutches
9 With Cold Eyes
10 Deja Coup
11 Social register Fanclub ***
12 Nostalgic For Guillotines
13 A Far Cry

(*** Anspieltipps)
(boo)


 Links zum Artikel

Livereview
Boy Sets Fire
Burning Heart Records


 Kommentare


#1 - 15.02.06 12:40 - david(16)
Boy Sets Fire...díe sinds echt
Also hör jetzt schon seit 1 1/2 jahren boysetsfire und die machen einfach so geile mussik! Wobei mich mich immer noch am meisten "after the Eulogy" anspricht ...alle lieder uff dem album sind einfach einzigartig! Ich muss sagen der neue song haut nich so rein...klar issn ruhiger song aber das isses nicht was boysetsfire von anderen bands unterscheidet...bbin trotzdem gespannt uffs neue album!
#2 - 15.02.06 22:29 - taymas
Déjà Coup ist aber mal für bsf verhältnisse ein richtig interessanter song, weil wohl auch recht ungewohnt durch die bläser. hab die band irgendwie wieder lieb gewonnen.
#3 - 16.02.06 0:21 - Tanja
Das Album ist der Wahnsinn... Selten so ein facettenreiches Album gehört. Hut ab vor der Leistung der Jungs! Für mich waren sie vorher schon meine Lieblingsband, durch das Album hat meine Meinung nur noch mal unterschrieben...
#4 - 16.02.06 0:47 - boo
die Platte lief in meinem Player auch heiss... ich find Social Register Fanclub ja am geilsten. Hm, ich schlag bsf mal als Band des Monats März vor...
#5 - 16.02.06 17:59 - taymas
die hatten wir tatsächlich schon mal irgendwann als band des monats: April 2003 "Rise! Rise! Rise!" Für viele Menschen ist dieser Schlachtruf aus dem Song "After the eulogy" vom gleichnamigen Album mehr, als nur ein Aufruf zur Tanzfläche. Das Quintett aus Delaware ist nicht nur für den Schreiber dieser Zeilen eine der mitreißendsten und authentischsten Acts der Post-Hardcore-Ära. Dabei hat die Band eine Bilderbuchkarriere par excellence hingelegt. Im Sommer '94 von den beiden Gitarristen Josh Latshaw und Chad Istvan gegründet, hat man nach zahlreichen selbstgebuchten Tourneen und zwei selbstveröffentlichten Demos schon 2 Jahre später den ersten kleineren Record-Deal in der Tasche ( EP "This crying, this screaming, my voice is being born"/ Magic Bullet Rec.). Das erste Full-Length Album "The day the sun went out" erscheint 1997 auf Initial Records und stellt für viele Fans und Kritiker DAS Hardcore-Konsens-Album schlechthin dar. Die Stärke von BSF liegt schon damals in den Gegensätzen zwischen Laut und Leise, zwischen Aggression und Emotion, zwischen politisch motivierter Kampfansage und balladesk vorgetragenen Gefühlsausbrüchen. Dazu kommt ein Sänger (Nathan Gray), der diesen Drahtseilakt jederzeit perfekt beherrscht. 2000 dann ein weiterer großer Schritt: "After the eulogy" wird auf dem Hardcore-Riesen Victory Records veröffentlicht und neue Hörerschichten erschließen sich im Nu. Wie schon oben erwähnt landet man auch den ersten Hardcore-"Clubhit" und macht durch unermüdliches Touren weiter auf sich aufmerksam. "After the eulogy" wird von nahezu allen Kritikern begeistert aufgenommen und was das Debut schon andeutete, wird hier zur absolut genialen Vollendung gebracht. Die Band schafft es, durch gereiftes Songwriting und einem stimmlich nochmals gereiften Sänger ein Album zu schreiben, welches ohne Lückenfüller auskommt und von vorne bis hinten zu begeistern weiß. Ob Hardcore- oder Emo-Fraktion, es herrscht Einigkeit über die Güteklasse von BSF. Solch ein Ruf kann oftmals viel bewegen und so klopfen langsam die ersten Major-Labels an. Man entscheidet sich ein Jahr später für das Sony-Sublabel "Wind-Up" und veröffentlicht 2002 die "Live for today" EP, die als Überbrückung zum aktuellen Output "Tomorrow come today" dient. Musikalisch etwas gemäßigter, aber textlich so politisch wie nie zuvor, wollen BSF nun den Mainstream-Hörer für sich gewinnen und ihre Botschaften möglichst vielen Leuten um die Ohren hauen. Das dieser Fakt mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom "Fan" wahrgenommen wird, ist klar. Klar ist aber auch, dass sich die Jungs diesen Erfolg hart erarbeitet haben, ohne irgendwem in den Arsch gekrochen zu sein! Also, gönnen wir's ihnen…
#6 - 16.02.06 18:59 - Lothar
Bin zwar auch spätestens seit "After The Eulogy" großer BSF-Fan und habe die Band diverse Male live gesehen, finde die neue Platte aber leider nicht soo toll. Ist sicherlich insgesamt ok und es sind auch ein paar gute Stücke drauf (v.a. "The Misery Index", aber auch z.B. das etwas an "Rookie" erinnernde "Requiem"), aber einige Tracks (z.B. 7 und 8 + einige im hinteren Bereich) überzeugen mich weniger. Was die neuen Klänge angeht: Der Bläsereinsatz bei "Deja Coup" ist in der Tat mal ganz interessant, hingegen finde ich das Experimentieren bei "So long..." eher misslungen und nervig. Aber nix für ungut, mal abwarten wie die Jungs demnächst live so rüberkommen...
#7 - 21.02.06 15:12 - Jolle (16)
boy sets fire
ich bin ein sehr großer fan von Boy Sets Fire besonders nach dem Album Tomorrow come today bin ich hin und weg ... neben Eviciton Article fand ich High Wire Escape richtig gut mich wundert es nur warum man das neue Album kommentieren kann wenn es erst am Freitag rauskommt?
#8 - 21.02.06 15:25 - taymas
liebe/r jolle (16), als musik zine bekommen wir sehr viele platten schon im voraus um sie zu rezensieren und somit evtl potentielle leser, hörer, käufer darauf aufmerksam zu machen.
#9 - 21.02.06 18:01 - philip
das ist natürlich falsch. hier die offizielle version: als gemeine, kleine internetkinder ist es uns ein leichtes das album bereits vor fertigstellung illegal aus dem internet zu laden.
#10 - 23.02.06 17:05 - philipp (26)
ich fand boysetfire auch mal ganz ganz supi und hab sie mir total gerne angehört. "in chryalis" und "the day the sun went out" sowie die split mit snapcase haben mich durch meine zweite pubertät begleitet und darüber hinweggetröstet, dass mich die mädchen aus der 9b immer ausgelacht haben. seit "after the eulogy" konnte ich mir die band dann auch endlich auch in großraumdiscotheken statt immer nur in den heimischen vier wänden auf der anlage von meinem großen bruder, den ich gar nicht habe, anhören. "reis, reis, reis" haben wir damals immer mitgesungen und kamen uns richtig stark vor dabei. ganz doll hab ich mich auch gefreut, als ich im karstadt die letzte cd in der hand hielt und den "newcomer des monats" aufkleber darauf entdeckte. bin mal gespannt, wie die aktuelle platte klingt. jetzt muss ich aber auch schon wieder aufhören zu schreiben, auf mtv läuft nämlich gerade das neue bsf video.


 Kommentar schreiben


Dein Name*:
Titel des Beitrages:
Text*:
Sicherheitscode*:
zurück top
Freedom Of Mind _ Punkrock EZine _ 2001-2010
Erstellung der Seite: 0.02 Sekunden