Neues aus dem Hause Denovali. Dieses Mal teilen sich Kodiak und Nadja einen Langspieler. Beide sind mit jeweils einem Stück vertreten, was jedoch noch keine Rückschlüsse über die Spieldauer zulässt. Kodiak bilden zusammen mit Black Shape of Nexus und Omega Massif so etwas wie das Dreigestirn jüngerer Doom / Drone / Ambient Bands aus Deutschland. Bisher waren mir Kodiak nur von einer Demo bekannt, anfang des Jahres ist wohl ein selbstbetiteltes Debutalbum erschienen (Notiz an mich: unbedingt nachholen). Der erste Track wird mit einer fünfminütigen Klangkulisse aus verzerrten Rückkopplungen und undefinierbaren Geräuschen eingeleitet. Klingt in etwa so, als wäre die Putzfrau im Proberaum der Band versehentlich an den Hauptschalter gekommen. Besagte fünf Minuten später setzt unvermutet das Schlagzeug ein und unversehens wendet sich das Blatt. Was zuvor noch nach unkoordiniertem Krach anmutete, wandelt sich zu einer Wand aus schwergewichtigen Riffs im Cinemascope Format. So stelle ich mir den Soundtrack zum nächsten Conan Film vor!
Nach etwas mehr als 20 Minuten Monumentalsound übernehmen Nadja das Ruder. Das kanadische Duo ist bekannt für seine zahlreichen Splitveröffentlichungen, vorallem die Zusammenarbeit mit Atavist und A Storm of Light sorgten für Aufmerksamkeit. Ruhiger als die deutschen Kollegen lassen es die beiden angehen. Weniger wird hier ungestüme Brachialität in den Vordergrund gerückt. Vielmehr arbeiten Nadja (der Bandname ist übrigens ein Anagramm aus dem Namen eines der Gründungsmitglieder) mit elektronischen Spielereien wie einem konstanten Grundrauschen (rosa oder weiß?), um eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Interessant, aber nicht ganz so packend wie der erste Track, da in seiner Länge auf Dauer doch etwas zuviel Aufmerksamkeit abverlangt wird.

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