Hamlet ist eine Madrider Neo-Thrash-Metal-Band, die mittlerweile fast 20 Jahre auf dem Buckel hat und für viele dennoch unbekannt sein dürfte. Ein Grund für diese Unbekanntheit ist zum einen, dass man vornehmlich spanisch singt, was in Metal- und Hardrock-Kreisen durchaus gewöhnungsbedürftig klingt. Zum anderen veröffentlichten Hamlet ihre ersten acht Alben auf kleineren Labels.
Jetzt, mit einem Deal bei dem Majorlabel Roadrunner, lautet die Mission: Weltherrschaft.
Gut oder nicht gut, das ist hier die Frage. Abgesehen von dem spanischen Gesang, mit dem man sich aber nach einer gewissen Eingewöhnungszeit abfinden kann (schließlich bleiben fiese folkloristischen Momente wie bei Mägo de Oz aus), hört man, dass Hamlet ein Kind aus den frühen 90ern ist. Riff und Rhythmus dominieren, während Melodie hintenansteht. Auch der Gesang besteht eher aus Brüllen als aus melodischem Trällern. Was damals modern und als Abgrenzung zum absterbenden Mainstream-Metal galt, wirkt heute schon wieder antiquiert. Interessant werden Hamlet aber dennoch dadurch, dass sie Indie-Rock-Elemente mit ihrem Thrash-Metal verbinden. Entweder sieht man darin eine gewisse Schizophrenie frei nach dem Motto: „Wir sind zwar durch und durch Metal, aber auch super-sophisticated und so hip wie jeder Visionsleser“ - oder - Hamlet sind wirklich innovativ.
Die Scheibe La Puta Y El Diablo weiß durchaus zu gefallen, wenn man sich mit dem spanischen Gesang arrangieren kann. Denn genau wie bei der französischen Metallegende Trust besteht in diesem landessprachlichen Merkmal ein besonderer Reiz. Ansonsten ist die Scheibe eine nette Reise in die frühen 90er, ohne dabei die Sicherheitsleine in die Gegenwart zu verlieren.

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