Die wohlhochgeborene Frau auf der Maur sollte dem einen oder anderen bekannt sein. So galt sie als ein wichtiges kreatives Standbein von Hole, dessen Weggang die Band in kreativer Hinsicht nicht überwinden konnte. Auch war Melissa auf der Maur für einige Zeit Schmuckstück der Smashing Pumpkins.
Was kann Melissa auf der Maur im Jahr 2010? Ist sie nicht ewig verdammt, ein Zeitgefühl zu repräsentieren? Gefangen in den frühen 90ern?
Das Album in eine bestimmte Richtung einzuteilen, fällt schwer. Durchaus klingt es manchmal wie ein Grunge-Album aus den frühen 90ern, in denen Intensität wichtiger war als musikalische Fertigkeit. Auf der Maur sprengt auf Out Of Our Minds so manche tradierte Musikkonvention. Ihr Bassspiel erscheint als Grundlage der meisten Lieder, die trotz eingängiger Refrains relativ offen gestrickt wirken. Der Gesang ist oft in mehreren, sich überlagernden Ebenen angelegt und klingt in manchen Momenten gerade zu kirchenchorartig. Der Industrialeinfluss sorgt dafür, dass jene Parts säkularisiert werden. Will man das Album unbedingt kategorisieren, so lässt es sich als Mischung aus den Exzessen von 70s Acid-Rock und der Gradlinigkeit von 80s Pop beschreiben. Sollte man zunächst meinen, diese Fusion würde sich in ein schwarzes Loch verwandeln und sich selbst verschlucken, bemerkt man relativ schnell, dass das Paradoxon recht gut funktioniert.
"Ein gelungenes Album, Frau auf der Maur! Auch im Jahre 2010!"
Besonders das Lied „1000 Years“ gefällt. Und ganz großes Kino ist das Duett mit Glenn Danzig „Father‘s Grave“. Apropos großes Kino: Zum Album gibt es einen Film, der bereits auf dem Sundance Film Festival lief und seitdem in diversen Kunstgalerien gezeigt wird.

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