Im Frühjahr 2005 tourten Boy Sets Fire ausgiebig durch Europa und bedachten auch Deutschland mit reichlich Terminen. Nachdem im Herbst die Aufnahmen für ihr neues Album The Misery Index: Notes From The Plague Years (Release: 24.02.2006) abgeschlossen waren, ließen sie es sich nicht nehmen noch mal über den Ozean zu jetten um in London, Paris, Berlin und Köln in ein paar Clubs wenigstens einem kleinen Publikum ihr neues Material zu präsentieren. Alle Shows waren ausverkauft (und wären es wohl auch gewesen, wenn sie in größeren Venues stattgefunenden hätten), so auch der Magnet Club in Berlin.
"Where were you the day they took our innocence?" säuselte das Intro der neuen Platte aus den Boxen, während der US-Fünfer auf der Bühne Position bezog. Boy Sets Fire waren ohne Support nach Berlin gekommen und stellten klar, dass das auch völlig ausreicht. Nathan kündigte direkt an, dass es später auch keine Zugabe geben werde und versprach auch gleichzeitig, dass das gar nicht nötig sein würde. Um seine Worte zu untermauern schraddelten die Jungs direkt mit dem Mosh- & Pog-Hit Rise los und das Publikum hielt sich nicht mit unnötigen Dingen wie "warm werden" auf. Der Magnet-Club verwandelte sich von der ersten Sekunde an in einen Kochtopf, der bis zum Schluss nicht aufhören sollte zu brodeln.
Nachdem es eine Weile eine ordentliche Setlist, gut gemischt aus allen bisherigen (und kommenden) Alben, auf die Ohren gab, machten alle bis auf Sänger Nathan und Gitarrist Chad eine Pause und spielten zwei Akkustik-Versionen, u.a. Ten (And Counting), das auf der neuen Platte zu hören sein wird. Da erdreistete sich tatsächlich einer und brüllte ein wohl ernstgemeintes "BOOORING" in Richtung Bühne. Offenbar stand er mit seiner Meinung alleine da, hagelte doch eine ganze Breitseite individueller "A**HOLE"-Rufe auf ihn ein. Nathan hielt einen Moment etwas perplex inne und bot eine Auswahl möglicher Antworten auf solch einen Kommentar: "Your mom wasn’t boring last night… I don’t slap my dick in your mouth while you’re working, so don’t fuck with me while I’m working… and yeah: the next song is about your sister …" Wie auch immer – Empörung verwandelte sich in Gelächter und Boy Sets Fire – inzwischen wieder komplett angetreten – spielten Final Communiqué – womit dem Quertreiber auch nicht mehr langweilig gewesen sein dürfte. Mit Krachern wie Handful of Redemption und Rookie machten B.S.F. dann noch die 80 Minuten ihrer Solo-Show voll und entließen die kaputt-gerockte aber glückliche Menge in Richtung Bar. Dort ließ sich das ein oder andere Bandmitglied später auch noch blicken, um mit dem ein oder anderen Fan das ein oder andere Bierchen zu trinken. Fetter Abend.

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