Sch****, war das geil.
Und damit könnte dieser Artikel schon enden und alles wäre gesagt.
Machine Head eben.
Und auch dieser Anfang würde alle weiteren Worte überflüssig machen, aber es war bisher ja noch nicht jedem auf diesem Planeten vergönnt, Robb Flynn und Co live erleben zu dürfen – deswegen dieser Bericht als Appetithäppchen.
Zum Ende des Tourcycles zu The Blackening (2007) sind Machine Head zur Zeit in unseren Landen gemeinsam mit Hatebreed unterwegs, die jedoch aufgrund einer Zahnoperation von Jamey Jasta, die ersten drei Gigs sausen lassen mussten. Mit also leicht umgestyltem Line-up standen Machine Head also nach Bleeding Through und Caliban in Wiesbaden anstatt in Offenbach auf der Bühne. Rechts und links waren die im Verhältnis zur Halle großen Boxenwände mit Fratzen im Stile mittelalterlicher Holzschnitte stimmungsvoll verhüllt, passend zum Albumcover. Dazwischen ging es weniger mittelalterlich, sondern wie gewohnt ordentlich neo-thrashig zu.
Ohne große Worte gab's mit Clenching the Fists of Dissent und Imperium erstmal mächtig auf die Ohren. Flynn kündigte an, den Abend vor allem mit selten oder noch nie gespielten Songs zu etwas Besonderem zu machen, gab dann aber erstmal mit Beautiful Mourning eine weitere Nummer von der aktuellen Scheibe zu Besten. Im Folgenden kamen allerdings fast nur noch die vorherigen Alben zum Zuge.
Zwischen den Songs wurden die Fans immer wieder erfolgreich zu Circle Pits angestachelt, die zum Teil fast beängstigende Ausmaße annahmen. Und grölte der Mob mal nicht ausreichend laut nach mehr Metal, wurde auch schonmal mit Uff-Ta-Ta-Klängen gedroht, was so manch einen die letzten Schreireserven mobilisieren ließ, so dass Herr Flynn doch noch zufrieden erneut in die Saiten packen durfte. Guitarrero Phil, der seit seinem Bandbeitritt 2003 ordentlich an Gewicht und Locken zugelegt hat und inzwischen wie ein geheimes Klon-Projekt von Pete Steele und Glen Danzig wirkt, ließ sich immer wieder zu neckischem 80er-Metal-Gepose hinreisen und stand mit Flynn dann Rücken an Rücken oder die beiden griffen sich gegenseitig in die Saiten. Offenbar hatten sie eine Menge Spaß. Und wer will schon ins Bett, wenn er Spaß hat? Insofern war es nur logisch, dass eine Zugabe nicht lange auf sich warten ließ. Halo und (natürlich) Davidian bescherten dann aber auch garantiert dem letzten süße Träume.
Angesichts der begeisterten Fans bedankte sich Flynn bei allen, egal ob sie Machine Head in den letzten drei oder in den letzten 15 Jahren die Treue gehalten haben – und fing an die Fans zu beklatschen. Diese aufrichtige Sympathiebekundung versetzte die Fans in noch höhere Verzückung, mehr Klatschen …
105 Minuten echte Gefühle.
Sagt nichts.
Seht's euch an.

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